Prenzlauer Berg
Ein kulturhistorischer Spaziergang durch den Prenzlauer Berg

U-Bahnhof Eberswalder/Ecke Schönhauser
Wenn wir schon soweit gekommen sind, wandern wir die Schönhauser noch weiter hinauf, bis man an der Lautstärke bemerkt: gleich kommt die Hochbahn. Der U-Bahnhof Eberswalder Straße, der nach Danzig und Dimitroff schon den dritten Namen trägt, ist so ikonisch, wie Berlin eben sein kann. Die Kastanienallee im Rücken meinen wir Konnopkes Currydüfte schon in der Nase zu haben und schauen nach oben auf ein wunderbares Stück Industriekultur.
Nachdem die Stadt begonnen hatte, mit dem Bau der ersten U-Bahn-Linie 1896 das zunehmende Verkehrschaos zu entzerren, pochte Pankow, das noch nicht eingemeindet war, auf einen Anschluss ans Netz. Den infolgedessen gigantisch steigenden Grundstückspreisen entlang der Schönhauser Allee konnte die Hochbahngesellschaft nur entgehen, indem sie das letzte Stück Trasse nach oben legte. Einer der Architekten war Alexander Grenander, ein Schwede, der mit 22 nach Berlin kam und nicht mehr fortging. 1902 stellte ihn die Hochbahngesellschaft ein und als er 1931 starb, hatte er seiner Wahlheimat an die siebzig Bahnhöfe geschenkt, die auch nach Kriegsschäden und Sanierungen weitestgehend im Originalzustand erhalten sind. Falls Sie jetzt müde sind und nach Hause fahren wollen, schauen Sie einmal auf die Kennfarben, durch die sich heute noch viele Bahnhöfe von der Vor- und Folgestation unterscheiden. Dieses Prinzip hat der Schwede entwickelt.
Falls noch Kraft für ein bisschen Spazieren übrig ist, kehren wir um und besuchen noch die Kulturbrauerei. Man kann es natürlich auch anders herum tun.