Prenzlauer Berg

Ein kulturhistorischer Spaziergang durch den Prenzlauer Berg

Zeichnung Wasserturm Prenzlauer Berg Berlin

Prenzlauer Allee und Wasserturm

Wir starten in der Prenzlauer Allee, wo sonst und am besten an ihrem Anfang, wo man einst durch das Prenzlauer Tor raus oder rein nach Berlin kam. Es kommt natürlich auf die Zeit an, die man hat oder nicht, und Zoll muss heute keiner mehr zahlen.

Fast drei Kilometer ist die Straße lang und folgt einem alten Fernhandelsweg nach Prenzlau, dessen Potential schon Oberbaumeister Salomo Sachs erkannt hatte: im Dezember 1824 wurde ihm der Bau einer Kunststraße, wie Chausseen damals neudeutsch hießen, vom Prenzlauer Tor bis nach Heinersdorf genehmigt. Vierzig Jahre später machte sie der Stadtplaner James Hobrecht zu einer der großen Ausfallstraßen. Auch er hatte Potential und perspektivische Notwendigkeit erkannt.

Wir aber gehen weiter bis zur Immanuelkirche und biegen links in die Knaackstraße ein, wo Berlins ältester Wasserturm steht. 1877 vollendet, ergänzte der liebevoll „Dicker Hermann“ genannte prägnante Bau das schon ältere Wasserkraftwerk, das angesichts der rasant anwachsenden Einwohnerschaft nicht mehr ausreichte. An die dunkle Geschichte während der Nazizeit erinnert eine Gedenktafel, der Turm beherbergt seit langem eine der skurrilsten Wohnanlagen im Bezirk