Prenzlauer Berg

Ein kulturhistorischer Spaziergang durch den Prenzlauer Berg

Zeichnung Kulturbrauerei Prenzlauer Berg Berlin

Kulturbrauerei

Glaubt man allen Klischees, nähern wir uns erst jetzt dem wahren Prenzlauer Berg: Party, Kino, RambaZamba. Aber der auf seinen Bezirk stolze Prenzelberger muss sich gar nicht aufregen, denn es stimmt auf eine ganz andere Weise: der Ursprung der ganzen schönen Angelegenheit war eine Brauerei, eine von mindestens einem Dutzend, wie sie hier vor 150 Jahren typisch waren. Da piekst es auch nur ein ganz kleines bisschen, dass der erste Braumeister, der die industrielle Produktion wagte, aus Bayern kam.
Unser Brauer war der Apotheker August Heinrich Prell, der 1842 die Schankstube seines Schwiegervaters übernahm. Wegen mangelhafter Lagermöglichkeit mietete er Keller in der Schönhauser Allee an und so ging es immer weiter, bis sich auf dem Gelände ein Bierbauer etablierte, der bald der erfolgreichste der Stadt und mit seinem Namen Jobst Schultheiss ganz Deutschland eroberte.

Heute erstreckt sich das Bauensemble mit seinen typischen Klinkerfassaden über sechs Höfe, 20 Gebäude und 25.000 qm, ein faszinierendes Denkmal Berliner Industriearchitektur aus der Gründerzeit und ein seltenes. Nachdem der Brauereibetrieb in den 1960er Jahren auslief, wurde alles unter Denkmalschutz gestellt, aber erst vierzig Jahre später machten Sanierungen aus dem Areal das, was es heute ist: ein charmantes Angebot an tout Berlin, Kultur und Kunst in (fast) jeder Erscheinungsform und, natürlich, Party. Mit und ohne Bier.