Prenzlauer Berg

Ein kulturhistorischer Spaziergang durch den Prenzlauer Berg

Zeichnung Denkmal für Käthe Kollwitz von Gustav Seitz Prenzlauer Berg Berlin

Kollwitzplatz und Kollwitzstraße

Ein Stück weiter die Knaackstraße hinunter queren wir zuerst die Kollwitzstraße und kommen auf den gleichnamigen Platz. Vor zweihundert Jahren ging man hier noch über Felder, bis einer der Besitzer erst ein Stück der Jüdischen Gemeinde zur Anlage eines Friedhof verkaufte und dann, während der Hochzeit der Gründerjahre, fast das gesamte Areal erschlossen wurde. Man baute zwar schon seriell, aber aufwändig, mit schön geschmückten Fassaden und repräsentativem Flair. Wegen der vielen Offizieren aus den Kasernen rings um den Alexanderplatz hieß der Kiez bald „Generalsviertel“, was ein paar Dekaden später aus mehreren Gründen passé war. Durch die Luftangriffe ab 1943 wurden viele Häuser in Mitleidenschaft gezogen, auch ein Eckhaus an der Südseite des Platzes, das völlig zerstört war. Hier, auf der Weißenburger Straße, hatten seit 1891 Karl und Käthe Kollwitz gewohnt. Er, der Armenarzt und Stadtverordnete, hatte im Haus seine Praxis, sie, die Grafikerin, ihr Atelier.

Straße und Platz wurden bald nach Kriegsende nach den Kollwitzens benannt, dass der Platz Karl Kollwitz gewidmet ist, wird vielen gar nicht bewusst sein, steht doch mitten im Schmuckrondell eine Bronzefigur, die der Bildhauer Gustav Seitz um 1960 nach einem Selbstporträt von Käthe Kollwitz schuf.

Auf der Kollwitzstraße gehen wir jetzt weiter und umrunden den Jüdischen Friedhof in Richtung Haupteingang Schönhauser Allee.