Prenzlauer Berg
Ein kulturhistorischer Spaziergang durch den Prenzlauer Berg

Jüdischer Friedhof
Der Grund für den schon erwähnten Kauf von fünf Hektar Land vor dem Schönhauser Tor lag nicht nur an der geringen Größe des alten jüdischen Friedhofs an der Hamburger Straße. Mit der Ausdehnung der Stadt lag der innerhalb der Stadtmauern und dies war, nach einer 1794 erlassenen preußischen Hygieneverordnung, nicht mehr erlaubt. Zehnmal so groß wie der alte war diese 1827 eröffnete Begräbnisstätte und bis 1880 nahm sie alle verstorbenen Berliner Juden auf. Hier liegen fast vergessene wie Bismarcks Bankier Gerson von Bleichröder und immer noch verehrte wie der Komponist Meyerbeer und der Maler Liebermann. Um die 25.000 Grabstätten umfassen die Mauern und eine Besonderheit, an denen Spaziergänger oft ahnungslos vorbeigehen. Zwischen rückwärtiger Friedhofsmauer und den Hinterhöfen der Kollwitzstraße liegt der heute nur mehr mit Führung zugängliche sogenannte Judengang. Einstmals ein einfacher Feldweg, musste er später von jüdischen Trauernden genutzt werden, weil sich der König auf seinem Weg nach Schloss Niederschönhausen an den Leichenzügen störte. Und so gibt es dort einen zweiten Eingang, durch den der Interessierte allenfalls einen eingeschränkten Blick werfen kann.