Potsdam

Die Schweizer Häuser in Klein-Glienicke

Denn wenn wir weitergehen, gelangen wir zu einer kleinen Brücke über den Teltow-Kanal, die Babelsberg mit Klein-Glienicke verbindet. Früher hieß das hier der „Blinddarm der DDR“,der nach Westberlin hineinragte und an der schmalsten Stelle gerade einmal fünfzehn Meter breit war. Das Dorf war klein und seit 1961 komplett eingemauert; jeder der wenigen hundert Einwohner brauchte einen Passierschein, um durchgelassen zu werden. Für die „Grenzschützer“ war es schweres Terrain, mit vielen schlecht und manchen gut ausgegangenen Fluchtversuchen. Kurios in all dem Schrecken war das Verbot, Leitern unangeschlossen im Dorf stehen zu lassen, zu oft borgte sich ein Fluchtwilliger eine aus und war mit Glück schnell jenseits der Mauer.
Dabei war Klein-Glienicke früher durchaus idyllisch gelegen, es gab im 18. Jahrhundert ein kurfürstliches Lusthaus, eine Wassermühle und sogar zwei Weinberge. Nach 1863 ließ Carl von Preußen, der dritte Sohn Friedrich Wilhelms III. und der Königin Luise, hier mehrere Häuser im Schweizer Stil bauen. Er war viel gereist und hatte eine Begeisterung für die alpine Bergwelt und ein Landleben à la Rousseau mit nach Hause gebracht. Überlebt haben heute gerade vier dieser Häuser, die anderen mussten der DDR und der Mauer weichen.