Potsdam

Schloss Glienicke
War die letzte Perle schon etwas angelaufen, wird es nun ganz anders. Wir betreten den Glienicker Park und sind, wie so oft in den Schlössern in und um Potsdam, plötzlich in ganz anderen Gefilden. Zuerst überrascht das Eingangstor zum Park mit den beiden goldenen Greifen und den Johanniterkreuzen, die auf den prägendsten Besitzer und Herrenmeisters des Ordens verweisen, den uns schon bekannten dritten Sohn der schönen Luise, Prinz Carl von Preußen. Der hatte, lange bevor ihn die Alpenluft faszinierte, eine Reise nach Süden unternommen und war von der Italienleidenschaft gepackt worden wie sein Bruder, der nachmalige König Friedrich Wilhelm IV. Das Landgut Glienicke, von den Vorbesitzern schon mehrfach umgestaltet und gerade zum Verkauf angeboten, schien Prinz Carl für eine Sommerresidenz geeignet. Schinkel und Persius wurden für Neu- und Umbau, Lenné für die Gartengestaltung engagiert. Die Leidenschaft des Prinzen für antike Kunstschätze erkennt man auch an den vielen an den Gebäuden angebrachten architektonischen Relikten, die er aus dem Süden mitgebracht hatte; der Klosterhof ist sogar aus Teilen eines mittelalterlichen, in Venedig abgebrochenen Klosters gestaltet. Bei der Wanderung durch den Park trifft man auf goldene Löwen, Pavillons und eine fast tausendjährige Linde, leider ist das Schloss neuerdings nicht mehr zu besichtigen.
