Potsdam

Schloss Babelsberg

Beginnen wir im Park Babelsberg und finden uns schon, wenn wir den Flatow-Turm passieren, in einer neomittelalterlichen Idylle wieder. Park, Turm und Schloss gehen als Ensemble auf den vormaligen Kronprinzen und späteren Kaiser Wilhelm I. und seine Frau Augusta zurück. Das Paar ließ sich seit den frühen 1830er Jahren hier eine Sommerresidenz errichten, das erste, kleinere Schloss baute Karl Friedrich Schinkel im Stil der damals modernen englischen Neogotik. Mit steigender politischer Bedeutung des Schlossherrn hielt man es für zu klein und so wurde es von Ludwig Persius und Johann Heinrich Strack erweitert.
Mit der Gestaltung des Parks wurde der Gartenzauberer Peter Joseph Lenné beauftragt, er arbeitete schon zwanzig Jahre für die preußischen Könige und war vor allem für seine englischen Gartenanlagen berühmt. In Babelsberg konnte der Erfolgsverwöhnte nur kurz reüssieren, die Prinzessin war nicht überzeugt und als ihm in einem Sommer die Blumen verdorrten, annullierte sie kurzerhand den Vertrag und ernannte den Lenné gut bekannten Hermann von Pückler-Muskau zu seinem Nachfolger. Bevor es weitergeht, sollten alle noch die hübschen Ausblicke über die Havellandschaft hinweg bis nach Potsdam genießen, unbehelligt, wie es nicht immer war.