Potsdam

Pfaueninsel

Sind Sie schon müde? Wenn nicht, könnten wir am Wasser entlanglaufen, nach Sacrow hinüberwinken und weiter gehen bis zur Fähre, auf der man auf die Pfaueninsel gelangt. Wie die Schönste aller Havelperlen liegt sie auf dem Wasser, ein grüner Traum, dem man nicht mehr ansieht, dass er früher Kaninchenwerder hieß wegen der Nutztierzucht, die der Große Kurfürst hier betreiben ließ. Nach einem alchemistischen Zwischenspiel des Glasmachers Johannes Kunckel lag die Insel hundert Jahre brach, bis Friedrich Wilhelm II. sie zu einem Liebesnest für sich und seine langjährige Mätresse Wilhelmine Encke erkor. Um es bequem und hübsch im Geiste der Zeit zu haben, ließ er ein weißes Schlösschen im englischen Stil bauen und, frei nach Rousseau, eine Meierei dazu. Ein bisschen seltsam mutet es an, dass in einem Bau, der optisch einer Klosterruine gleicht, Kühe gehalten wurden; aber die Majestäten vergnügten sich damit, ihre Milch selbst zu melken und gebuttert haben soll Wilhelmine auch.
Pfauen gab es schon damals, aber erst mit dem Nachfolger Friedrich Wilhem III. und der schönen Luise bevölkerte sich die Insel mit exotischen Tieren, die der König leidenschaftlich sammelte. Um den neuen Bedürfnissen gerecht zu werden, wurde wieder einmal Lenné bestellt, der mit Rosengarten und Palmenhaus neue Akzente setzte.