Die Weihnachtskrippe
Eine kleine kulturhistorische Geschichte

Maria ist eine zentrale Figur unseres Krippenspiels und der Illustration der Weihnachtsgeschichte überhaupt, obwohl das nicht immer so war. Das frühe Christentum, das sich erst formieren musste, und die Kirche, die um ihre verbindlichen Lehrmeinungen rang, stellte den Heilsbringer, den Sohn Gottes natürlich in den Mittelpunkt auch der künstlerischen Darstellung. Etwas später wurde die Jungfrau mit Titeln wie Gottesgebärerin und Himmelskönigin geehrt und ihre größere Bedeutung spiegelte sich auch in der Kunst wieder. Den Gläubigen galt sie als eine liebevolle Mittlerin zwischen den Sündern und Gott und so bauten sie ihr Kirchen und Dome, umgaben sie mit einem Strahlenkranz oder stellten sie auf einer Mondsichel oder mit einem Schutzmantel dar, unter den sich die Menschen stellen konnten.
Eine besondere Form der Darstellung im deutschsprachigen Raum sind prachtvolle Schnitzaltäre, oft gefasst und vergoldet. Im Zentrum steht die Figur der Jungfrau, mit und ohne Kind und oft in Begleitung weiblicher Heiliger, der bekannten Virgines Capitales Katharina, Margareta, Barbara und Dorothea. Die Altarflügel zeigen Szenen aus dem Marienleben: die Verkündigung durch den Erzengel Gabriel, das Treffen mit der Base Elisabeth, die Weihnachtsnacht und die Anbetung der Weisen. Wenn man es recht bedenkt, sind die Figuren der späteren Schnitzkrippen auf diesen Altären schon versammelt.