Weihnachtskrippe
Kleine kulturhistorische Geschichten zur Weihnachtskrippe

„Und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.“
So beschrieb das Lukas-Evangelium die Urszene der Weihnachtsgeschichte und in den nachfolgenden Sätzen treten auch schon andere Protagonisten auf, die Hirten mit ihrer Herde und ein Engel, der vom Himmel herab die Freude über den geborenen Retter verkündete.
In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde die Weihnachtsgeschichte in Mosaiken, Fresken und Gemälden dargestellt, wirkliche Krippen, umringt von dem uns bekannten Personal gab es jedoch nicht vor dem hohen Mittelalter. Es soll Franziskus von Assisi gewesen sein, der 1223 in einem kleinen Ort nördlich von Rom als Erster eine lebendige Krippe mitsamt Schafen, Ochs und Esel inszeniert hatte. Für die Menschen jener Zeit, die meist nicht lesen konnten, muss diese anschauliche Darstellung der Weihnachtsgeschichte ein umwerfendes und berührendes Ereignis gewesen sein.
Geschnitzte Krippen mit Figuren, wie wir sie kennen, entwickelten sich aber erst im 16. Jahrhundert und standen zuerst allein in den Kirchen. Mit der Wandlung des Weihnachtsfestes hin zum bürgerlichen Familienfest zogen sie endlich in die Wohnungen ein.