Herrnhut

Der Kirchensaal
Als Brüder und Schwestern leben die Herrnhuter ihren Glauben und das Priestertum aller Gemeindeglieder liegt an der Wurzel jeden Tuns. Hierarchien sind nicht vorgesehen, dafür heißen die Gottesdienste auch schlicht Versammlungen und Schlichtheit ohne Ablenkungen spiegelt sich in der Architektur des Bet- oder Kirchensaals. Der erste Bau von 1724 wurde rasch zu klein, so dass dreißig Jahre später der Grundstein für einen größeren im Stil des sächsischen Landbarocks gelegt wurde. Im Mai 1945 wurde das Gebäude durch Brandstiftung der Roten Armee bis auf die Außenmauern nahezu vollständig zerstört. Schon in den 50er Jahren wieder aufgebaut, ist der zweigeschossige Große Saal ganz in weiß gehalten, ein Symbol für Reinheit und Erlösung. Bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts saßen Männer und Frauen noch getrennt auf der Brüder-, respektive Schwesternseite. Bei aller Schlichtheit ist den Herrnhutern aber die Musik ein grundlegender Bestandteil ihres Gemeindelebens. Lieder seien die beste Methode, Gotteswahrheiten in die Herzen der Menschen zu bringen, befand Graf Zinzendorf. Und so ist die große Orgel wichtiges Instrument und schöner Schmuck des Kirchensaals, den wir nun verlassen, um weiter zum Heimatmuseum zu gehen.