Grünes Gewölbe Dresden

Der Hofstaat zu Delhi am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb, ein Kabinettstück von Johann Melchior Dinglinger

Der Großmogul

Er hieß Muhammad Auranzeb und wäre womöglich ohne Dinglingers Kunstwerk hierzulande nicht im mindesten so bekannt geworden, wie es seine Mutter Mumtaz Mahal ist. Die war die Lieblingsfrau von Muhammads Vater und für sie baute der Tiefbetrübte nach ihrem Tod das Taj Mahal.
Sohn Muhammad, der zwischen 1618 und 1707 lebte, galt als fromm, aber grausam. In den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen ihm und seinen Brüdern gewann er schließlich die Oberhand, die Brüder und ihre Familien wurden ermordet, den eigenen Vater ließ er bis an dessen Lebensende im Roten Fort von Agra einsperren.
Unter Aurangzeb erreichte das Mogulnreich seine größte Ausdehnung bis weit ins heutige Afghanistan. Er war unermesslich reich, nicht zuletzt durch wertvolle Diamantenminen, die er ausbeuten ließ. Den absolutistischen Herrschern Europas galt er als ein neuer Midas. Eine Ironie der Geschichte gleichwohl, dass der von ferne Angebetete sich als orthodoxer Muslim nur vom Koran leiten ließ und Musik und Kunst, die unter seinem Vater einen hohen Stellenwert am Hof hatten, schlichtweg verbot. Sein Geburtstag, den Dinglinger zeigt, war übrigens der 3. November.