Dresdner Elbhang

Ein kulturhistorischer Spaziergang über das Blaue Wunder nach Loschwitz

Kleines Papier-Popup zum Aufstellen mit filigraner Illustration des sommerlichen Dresdner Elbhangs am Blauen Wunder

Schillerplatz

Das alte Dorf hieß Blasewitz wie später der Stadtteil, der Schillerplatz war ursprünglich der Dorfanger. Sieht man genau hin, kann man die zum Ufer hin offene ovale Form des alten Ortes noch erkennen. Als Reste der Dorfstruktur blieben die kleinen Straßen rechts und links des Platzes, die hinunter zum Fluss führen. Hier lebten Fischer und Winzer und wer über den Fluss musste, winkte dem Fährmann.
Hier entlang ritt auch die königliche Jagd, denn rings um das Dorf gab es noch im 17. Jahrhundert dichten Kiefernwald und das Haus des kurfürstlichen Aufsehers ließ man bald zu einem Gasthaus umrüsten. Als 1730 das nebenan liegende Fährgut zum Verkauf stand, griff der damalige Schenkenbesitzer zu und baute dort eine Sommerschänke, die nicht nur von Fährgästen frequentiert wurde. Das idyllische Dorf hatte sich zu einem bei den Dresdnern beliebten Ausflugsziel gemausert und hier, endlich kommen wir zum Namen, war es auch, wo der junge Friedrich Schiller die Wirtstochter kennenlernte. Ihr wahrer Name war Johanne Justine, auch wenn der Dichter später daraus ein kurzes Gustl machte, als sie ihren Auftritt im Wallenstein bekam. Justine, die ein ehrbares Mädchen war und später den Dresdner Juristen Renner heiratete, war alles andere als begeistert. Das Gasthaus Blasewitz gibt es nicht mehr, die Sommerschänke wurde um 1895 durch ein Fachwerkhaus ersetzt und heißt nach dem Dichter Schillergarten, den wir rechts liegen lassen, wenn wir über das Blaue Wunder auf die andere Elbseite gehen.