Dresdner Elbhang

Ein kulturhistorischer Spaziergang über das Blaue Wunder nach Loschwitz

Kleines Papier-Popup zum Aufstellen mit filigraner Illustration des sommerlichen Dresdner Elbhangs am Blauen Wunder
Das Papier-Popup mit 3 Ebenen zeigt den sommerlichen Dresdner Elbhang am Blauen Wunder.

Loschwitzer Kirche

Kompakt steht sie da, altrosa mit weiß verputzt, was einen feinen Kontrast abgibt zum Blaugrau des schiefergedeckten Glockenturms. 1708 geweiht war sie der allererste Kirchenbau des Ratszimmermeister George Bähr, von ihm selbst erdacht, aber noch mit Hilfe des Ratsmaurermeisters Fehre errichtet. Es mag seltsam klingen, doch besaß Loschwitz, das immerhin 1315 erstmals erwähnt wurde, bis zu dieser Zeit kein eigenes Bethaus, sondern gehörte mit mehr als zwanzig Nachbardörfern zum Kirchspiel der Frauenkirche auf dem Dresdner Neumarkt. Für die Gläubigen war das ein kilometerweiter Weg zu Gottesdienst, Taufe, Trauung oder Bestattung, beschwerlicher noch im Winter oder bei schlimmem Wetter. Mit stetem Anwachsen der Einwohnerzahlen platzte zudem die kleine Kirche bald aus allen Nähten und die aushäusige Betreuung der Gemeindeglieder durch die Pfarrer war nicht mehr zu leisten. So bekamen Loschwitz und Wachwitz ein gemeinsames Gotteshaus, deren Kirchhof übrigens heute noch original erhalten und der kleinste der Dresdner Friedhöfe ist.
Wie der Wiederaufbau der im Februar 1945 bis auf die Grundmauern verbrannten Kirche bis zum Ende der DDR immer aufs Neue vereitelt wurde und erst nach 1989 mit viel Initiative, Unterstützung und Spenden gelang, ist eine andere Geschichte. Doch reichlich zehn Jahre vor der Neuweihe der Frauenkirche wurde in Bährs Erstlingswerk wieder Gottesdienst gefeiert. Dass der Hauptaltar der zerstörten Sophienkirche hier eine neue Heimat fand, ist eine zusätzlich glückliche Fügung.