Dresdner Elbhang

Ein kulturhistorischer Spaziergang über das Blaue Wunder nach Loschwitz

Künstler in ihrem Gehäuse

Bevor wir in Richtung Pillnitz wandern (keine Angst, so weit soll es nicht gehen), schauen wir noch einmal zurück über die Elbe. Hierhin, ein paar Kilometer vor die Stadt, sind schon um 1650 Dresdner Künstler geflüchtet, die eine Klause fern von Lärm, Geschäftigkeit und Enge suchten. Den Weinberg von Hofjuwelier Dinglinger kann man von unserem Standort aus nicht sehen, er liegt jenseits der Elbquerung, aber die Anlage gibt es noch. Auch Baumeister Klengel zog es hierher, Ludwig Richter und, mit einem traurigen Ausgang, Gerhard von Kügelgen.
Doch lassen wir den Körnerplatz hinter uns, passieren die Calberlastraße und das Hegenbarth-Archiv und gehen unverdrossen weiter. Das Künstlerhaus leuchtet uns schon entgegen, strahlend gelb in einem eigenwilligen Stilmix, der seinerzeit etwas Aufregung an den Elbhang brachte. Konzipiert und gebaut vom Dresdner Architekten Martin Pietzsch, kombiniert es großzügige Ateliers mit zusätzlichem Wohnraum und wurde, man staunt heute, bereits nach einem reichlichen Jahr fertiggestellt. Dieses einzigartige Projekt bot und bietet vielen Künstlern Atelier und Wohnstatt, preiswert und ruhig gelegen. Oskar Zwintscher lebte hier, Sascha Schneider und, nachdem 1945 sein Atelier zerstört worden war, auch der für Dresden so wichtige Hermann Glöckner. Über die Straße hinüber zum Fluss kann man den Loschwitzer Friedhof sehen, wo viele derjenigen, die den Elbhang geprägt haben, nun liegen, manche auch aus dem Künstlerhaus.

Hier endet unser Spaziergang, vielleicht setzt man sich noch ein wenig ans Ufer oder sucht sich ein Glas Wein auf dem Weg zurück in die Stadt. Und kommt, für einen der vielen anderen Spaziergänge durch die Hügel, bald einmal wieder.