Dresdner Elbhang
Ein kulturhistorischer Spaziergang über das Blaue Wunder nach Loschwitz

Körnerplatz
Auf der anderen Seite und in Loschwitz angekommen, stehen wir auf dem mit Gründerzeithäusern umbauten Körnerplatz, der ebenso wie sein Gegenstück auf dem linken Elbufer ursprünglich ein Dorfplatz war. Sein Namensgeber, der Oberkonsistorialrat und Schriftsteller Christian Gottfried Körner hatte das getan, was wohlhabende Dresdner Bürger schon lange machten: Er hatte sich hier, eine Stunde Wegs vor der Stadt, ein Landhaus und einen Weinberg gekauft. Geht man links die Straße hoch, trifft man auf das wohl kleinste Schillermuseum der Welt, ein ehemaliges Gartenhäuschen, in das der Dichter vielleicht sogar seinen Fuß gesetzt hat. Nach Dresden eingeladen hatten den Hochverehrten Körner und seine Frau, in ihrem Sommerhaus konnte er ungestört und vor allem ohne finanzielle Sorgen arbeiten; in seiner Ode an die Freude, die hier entstand, preist er den Freund dafür.
Ist uns die Straße zu steil, können wir aber auch rechts herunter laufen, wo noch die kleinen Häuser des alten Dorfkerns stehen, die den Loschwitzer Fischern, Weinbauern und Handwerkern gehört hatten. Auf der nach ihm benannten Straße wohnte nach 1840 der Klavierpädagoge und Künstlerinnenvater Friedrich Wieck. In seinem Haus traf sich das musikalisch interessierte Dresden und hoffte vielleicht auf eine Soirée mit Tochter Clara oder ihrer heute vergessenen Halbschwester Marie.
An kleinen Weinwirtschaften vorbei gehen wir wieder zurück, die Elbe im Rücken, und sehen uns gleich eine der schönsten Dresdner Kirchen an.