Dresdner Elbhang

Ein kulturhistorischer Spaziergang über das Blaue Wunder nach Loschwitz

Kleines Papier-Popup zum Aufstellen mit filigraner Illustration des sommerlichen Dresdner Elbhangs am Blauen Wunder

Höhenrausch

Natürlich wollen wir nach oben, es heißt ja Hang und will erklommen werden. Andererseits ist die Steigung beträchtlich und es gäbe zwei Möglichkeiten, dem schweißtreibenden Marsch nach oben zu entgehen. Dazu müssen wir wieder ein Stück zurückgehen und am Körnerplatz eine Entscheidung treffen: Standseil- oder Schwebebahn. Beide wurden rund um das Jahr 1900 gebaut, beide waren eine Antwort auf Erfordernisse, die mit der Attraktivität des entstandenen Kurbetriebs rings um das Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch und der zunehmenden Bebauung von Oberloschwitz entstanden waren.
Die Standseilbahn ist die längere der beiden, bewältigt die Auffahrt über eine Strecke von mehr als 500 Metern und befördert den Passagier durch zwei Tunnel und über ein Gerüstviadukt bis zum berühmten Balkon von Dresden, dem Restaurant Luisenhof. Die Schwebebahn nimmt einen halb so langen Weg in Richtung Oberloschwitz, belohnt mit mehr oder weniger sanftem Schaukeln und durchgängig spektakulärer Aussicht über das Elbtal und die Stadt. Oben angekommen kann der Fahrgast auf der Aussichtsplattform der Bergstation noch einmal ganz ohne Geruckel über Dresden schauen und, wenn er Lust auf eine kleine Wanderung hat, den Königsweg bis hinunter nach Pillnitz nehmen. Wir aber entscheiden uns, wieder hinunterzufahren und an der Loschwitzer Kirche vorbei zum Künstlerhaus laufen, ist doch die für den Elbhang so konstitutive Kunst bisher etwas kurz gekommen.